
Die Wahl der idealen Datenspeicherlösung kann zeitaufwendig und aufwendig sein. Sie sollten sich über alternative Optionen informieren, um diejenige zu wählen, die Ihren Speicheranforderungen angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten am besten entspricht. NAS- und DAS-Server zählen zu den beiden beliebtesten Datenspeicherlösungen. Mit diesem Ratgeber treffen Sie die richtige Entscheidung, wenn es um den Unterschied zwischen NAS und DAS Speicherlösungen im Vergleich geht.
Teil 1: Überblick über Direct-Attached Storage (DAS)
Was ist DAS?
DAS (Direct-Attached Storage) bezeichnet ein Speichergerät, das direkt und ausschließlich mit einem Computer verbunden ist. Da DAS nur an einen Rechner oder Server angeschlossen ist, können andere Computer erst darauf zugreifen, wenn sie über den Host-Rechner darauf zugreifen.
Das DAS-Gehäuse ist meist ein separates, nebenstehendes Gehäuse, das die zusätzlichen Festplatten beherbergt. Als Direct-Attached Storage (DAS) bezeichnet man digitalen Speicher, der unmittelbar mit dem Host-Rechner verbunden und von diesem aus zugänglich ist.
Direct-Attached-Speicher umfasst unter anderem optische Laufwerke wie CDs und DVDs, Festplatten, Solid-State-Drives (SSD) und Bandspeicher.

Funktionsweise von DAS
DAS (intern oder extern) benötigt kein Netzwerk für die Verbindung mit dem Host-Computer oder Server. Ein schneller Host-Bus-Adapter (HBA) kann ein internes Speichergerät mit einem Server oder einem Personal Computer verbinden.
Jeder PC verfügt über mindestens ein internes DAS-Laufwerk, entweder als langsamere SSD oder als moderne Festplatte (HDD), meist über die SATA-Schnittstelle angebunden. Auch Server sind intern mit Speicher ausgestattet, auf den über SATA oder andere schnelle Schnittstellen wie SCSI oder SAS zugegriffen werden kann.
Externe Festplatten und Festplattengehäuse mit mehreren Laufwerken sind Beispiele für externe DAS-Systeme. Diese werden über USB, eSATA, SAS oder SCSI direkt mit Workstations und Servern verbunden.
Der angeschlossene Rechner steuert das DAS und überwacht es. Computer im Netzwerk müssen mit dem Rechner kommunizieren, an den das DAS angebunden ist, und können nicht direkt auf die Daten zugreifen.
Vorteile von DAS
- Kostengünstige Speicherlösung: DAS stellt von allen drei Speicherarten die preiswerteste Lösung dar, da weder ein Netzwerk noch netzwerkrelevante Hardware wie SCSI-Kabel oder Fibre-Channel-Switches benötigt werden.
- Einfache Verwaltung: Da keine komplexen Protokolle verwaltet werden müssen, sind Einrichtung und Konfiguration unkompliziert und erfordern kaum Administrationskenntnisse.
- Flexible Kapazität: Mit DAS kann Speicherplatz flexibel erweitert werden, ohne teuren SAN-Switch und spezielles IT-Fachpersonal. Anwender stecken einfach ein weiteres Laufwerk in ihren Rechner oder Server – analog zum Einbau von zusätzlichem Arbeitsspeicher.
Nachteile von DAS
- Nicht netzwerkfähig: Nur der hostende Computer kann auf die Daten zugreifen und diese verwalten.
- Kein Angebot von Data-Redundanz wie NAS-Systeme: Aufgrund der direkten Anbindung und fehlender Netzwerkfunktion ist DAS wenig geeignet, um Speicher für mehrere Anwender oder Geräte bereitzustellen. Zudem begrenzen sowohl die Zahl der Verbindungen am Host-System als auch die unterstützten Laufwerke die Erweiterbarkeit.
Teil 2: Überblick über Network-Attached Storage (NAS)
Was ist NAS?
Network-Attached Storage (NAS) ist ein Datenspeichergerät, das über das Netzwerk und nicht direkt an einen Rechner angeschlossen wird. NAS-Systeme verfügen über einen eigenen Prozessor und ein Betriebssystem, sodass Anwendungen ausgeführt werden können und ein intelligenter Dateizugriff durch autorisierte Anwender möglich ist.
NAS ist ein eigenständiger Speicherserver, der mit einem lokalen Netzwerk (LAN) oder Weitverkehrsnetz (WAN) verbunden wird. Der Netzwerk-Administrator kann allen angeschlossenen Geräten den Zugriff auf die auf dem NAS gesicherten Daten gewähren. Außerdem gibt es mobile NAS-Systeme und Software zur Netzwerkverwaltung, die es mehreren Nutzern ermöglicht, gemeinsam auf das System zuzugreifen.

Funktionsweise von NAS
NAS-Lösungen vereinen Hard- und Software mit passenden Richtlinien, um die Dateifreigabe im Netzwerk zu ermöglichen. Nach den gewählten Protokollen kann jeder Computer auf Daten auf dem NAS zugreifen, als wären diese lokal gespeichert.
Ein NAS läuft kontinuierlich und erscheint im Netzwerk als freigegebenes Netzlaufwerk. Die Konfiguration und Verwaltung erfolgen per PC über den Browser. Der Zugriff ist wahlweise über das WLAN oder per Internet-Browser von unterwegs möglich.
Vorteile von NAS
- Optimierter Betrieb: Die Verwaltung ist unkompliziert, da NAS gängige Regeln, Standards und Dateisysteme verwendet.
- Erweiterbare Speicherkapazität: NAS-Systeme können durch zusätzliche Festplatten oder Nodes flexibel erweitert werden. Der größte Vorteil: Sie können auf Petabyte-Größe skalieren, indem Dutzende von NAS-Geräten verbunden werden. Die Bauweise ist zudem platzsparend.
- Bessere Zugänglichkeit: NAS stellt ein eigenes Speichersystem zur Verfügung, das Datenzugriff für vernetzte Geräte vereinfacht. Egal ob PC, Mac oder Betriebssystem wie Windows, Unix oder Mac OS – Anwender können standortübergreifend zusammenarbeiten und Dateien teilen.
Nachteile von NAS
- Mehr Verwaltungsaufwand als bei DAS: NAS-Geräte nutzen eigene CPU, RAM usw., bieten aber nur begrenzte Upgrade-Optionen. Kommt es zu Leistungsproblemen, sind Hardware-Upgrades meist schwierig.
- Netzwerkprobleme wirken sich auf die Leistung aus: Da NAS vom Netzwerk abhängig ist, beeinflusst die Netzwerkgeschwindigkeit das System. Eine langsame Verbindung kann die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Deshalb sollten Sie bei NAS-Lösungen das Netzwerk (Bandbreite und Latenz) stets berücksichtigen.
Teil 3: Unterschiede zwischen NAS und DAS
Im ersten Teil wurden NAS- und DAS-Drives vorgestellt. Was ist nun der Unterschied zwischen NAS und DAS? Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Gegenüberstellung der jeweiligen Merkmale.
Videoanleitung: NAS vs. DAS
Für Windows XP/Vista/7/8/10/11
Für macOS X 10.10 oder neuer
NAS vs. DAS – Speicherkapazität
Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist, dass DAS-Server lokalen Speicher bereitstellen. Daher bieten DAS-Laufwerke nicht die Flexibilität beim Dateizugriff und Remote-Update, die ein NAS-Server ermöglicht. Hinsichtlich Speicher ist NAS überlegen, da Sie bei steigendem Bedarf einfach ein weiteres mobiles NAS-Gerät ins Netzwerk integrieren können.
NAS vs. DAS – Datentransfer
Vernetzte Speicherlösungen (NAS) bündeln ihre Kapazitäten und verteilen diese per Hochgeschwindigkeitsnetzwerk an Anwendungsserver. Im Gegensatz dazu ist DAS direkt mit Servern verbunden, womit Konnektivität und Erweiterbarkeit auf die Anzahl der Erweiterungssteckplätze im Server beschränkt sind.

NAS vs. DAS – Geschwindigkeit und Performance
Das erste Unterschied zwischen NAS und DAS Kriterium ist die Geschwindigkeit. Durch Schnittstellen wie USB und Thunderbolt erscheint DAS schneller und liefert Direktverbindungen mit Durchsatzraten von teils mehreren Hundert Megabyte pro Sekunde (MB/s).
NAS-Systeme werden oft per Gigabit-Ethernet-Netzwerk angebunden und bieten in der Basis meist 100 bis 109 MB/s. Auch wenn einzelne Ethernet-Ports nur etwa 100 MB/s schaffen, kann durch Link-Aggregation – verfügbar bei vielen günstigen NAS-Systemen – der Durchsatz verdoppelt oder vervierfacht werden.
Mit günstigen Erweiterungskarten kann die Netzwerkschnittstelle flexibel von 1 GbE LAN/Ethernet auf 2,5 GbE, 10 GbE und höher ausgebaut werden. So lassen sich mit NAS mehrere Gigabyte/Sekunde erzielen, auch im Mehrbenutzerbetrieb.
Trotzdem bleibt DAS in der Praxis meist schneller als NAS.
NAS vs. DAS – Preis
DAS-Lösungen bieten eine größere Auswahl an externen Laufwerken und sind in Summe günstiger als vergleichbare NAS-Systeme bei identischer Speicherkapazität und Skalierung. Daher ist DAS insbesondere für Privatanwender eine kostengünstigere Lösung.
NAS bietet hingegen einen deutlichen Mehrwert. Funktionen wie dedizierte Backup-Tools, integrierte Software, benutzerfreundliche Management-GUIs, Webbrowser-Zugriff und eine wesentlich größere Gesamtkapazität sprechen für NAS. Die Einrichtung ist flexibel und anpassbar.
Da die meisten Betriebssysteme gemappte Netzlaufwerke, Synchronisierungssoftware in Echtzeit und File Manager unterstützen, sind NAS-Server zwar teurer als DAS, bieten aber umfassendere Funktionen.
NAS vs. DAS – Benutzerfreundlichkeit
DAS ist zweifellos benutzerfreundlicher als NAS. USB-Laufwerke und RAID-Gehäuse sind praktisch per Plug-and-play direkt an Windows-PCs oder Macs anschließbar. Die Bedienung ist äußerst einfach.
Für eine teil- oder vollautomatisierte Backup-Strategie und das einfache Teilen großer Dateien mit Remote-Nutzern ist bei DAS allerdings der Einsatz mehrerer externer Programme oder eine Integration von Drittanbieterdiensten notwendig. Mit NAS können Sie nach der Grundkonfiguration Dateien sicher, komfortabel und übersichtlich teilen.
Teil 4: NAS vs. DAS – Vergleichstabelle
Nachfolgend finden Sie eine Vergleichstabelle, die den Unterschied zwischen NAS und DAS im Hinblick auf spezifische Eigenschaften zusammenfasst.
Unterschiede |
NAS |
DAS |
| Arbeitsweise | Dateien dienen der Datensicherung und Wiederherstellung. | Sektoren werden für Backup und Restore genutzt. |
| Hauptfunktionen | Teilen und Übertragen im Netzwerk. | Direkte Verbindung zu Geräten – kein Netzwerk erforderlich. |
| Speichertyp | Geteilte Dateien | Sektoren |
| Datenübertragungsmethode | Ethernet, TCP/IP | IDE/SCSI |
| Geschwindigkeit | 20–50 ms | 5–10 ms |
| Preis | Teurer als DAS | Preiswerter als NAS |
| Benutzerfreundlichkeit | Mittel | Einfach |
Teil 5: NAS vs. DAS – Anwendungsbeispiele
Anwendungen für NAS:
NAS eignet sich hervorragend für KMU und Unternehmen, die ein optimiertes, flexibles und netzwerkbasiertes File-Serving- und Sharing-System benötigen. Wenn Sie Dateien unkompliziert und kostengünstig im Netzwerk teilen und eine komplexe Systeminfrastruktur betreiben möchten, sollten Sie ein Network-Attached-Storage-Gerät erwägen. Typische Anwendungsfälle sind:
- Dateifreigabe und Speicherung: Für jede Organisation – unabhängig von der Größe – ist NAS optimal, wenn zentrale Datenspeicherung und koordinierter Datenaustausch erforderlich sind. Ein einzelnes NAS kann mehrere File-Server ersetzen, spart Platz und vereinfacht das Management. Zusammenarbeit wird dabei gefördert.
- Große Datenmengen: NAS eignet sich zur Speicherung großer Mengen unstrukturierter Daten, z. B. aus IoT-Geräten oder Videoüberwachung. Intelligente Datenservices, ETL-Prozesse (Extract, Transform, Load), Analysen und mehr sind ebenso möglich – und das bei flexibler Skalierbarkeit.
Anwendungen für DAS:
DAS eignet sich für kleine Firmen und Teams, die eine wartungsarme, flexible und zuverlässige Speicherlösung suchen, die zügig skaliert werden kann und bei Bedarf mehr Benutzende oder wachsende Datenmengen unterstützt. Typische Einsatzszenarien sind:
- Kleine Unternehmen oder Arbeitsgruppen, die Daten nur lokal austauschen, ein festes Budget haben und kaum über IT-Support verfügen.
- Industrie-PCs: Für Anwender in industriellen Umgebungen, die eine günstige und schnelle lokale Speicherlösung benötigen.
Teil 6: NAS oder DAS – was ist die richtige Wahl?
Sowohl NAS als auch DAS bieten spezifische Vorteile und Merkmale. Die beste Lösung hängt stets von Ihren individuellen Anforderungen – etwa Speichervolumen, Kostenrahmen sowie Backup- und Recovery-Bedarf – ab.
Wenn Sie über ein großes Budget verfügen, umfassenden Speicherplatz benötigen, Daten gemeinsam nutzen wollen und eine interne IT für Verwaltung und Wartung im Unternehmen bereitsteht, ist NAS optimal. Bei knappem Budget und geringem Bedarf an Datenaustausch empfiehlt sich dagegen DAS, da es lokalen Zugriff ermöglicht.
Es gibt keine Universallösung für Datenspeicherung. Was für ein Unternehmen funktioniert, kann für ein anderes ungeeignet sein. Bevor Sie sich für NAS oder DAS entscheiden, sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:
- Zu speichernde Datenmenge: Wie viele Informationen müssen Sie speichern? Das Spektrum reicht von einigen Terabyte bis zu mehreren Petabyte, abhängig von Branche und Unternehmensgröße.
- Leistung in verschiedenen Datenlebenszyklen: Welche Performance-Anforderungen stellen Ihre Workloads? Wie viele Nutzer werden darauf zugreifen, von wo (intern/extern), wie häufig, und wie hoch ist der Bedarf an Zusammenarbeit und Dateifreigabe?
- Skalierbarkeit: Wie rasch wachsen Ihre Datenmengen? Sie benötigen eine Speicherlösung, die reibungslos mitwächst und Expansionen problemlos abbildet.
- Datensicherheitsfunktionen: Immutabilität und Air-Gap, Dateisperren, Verschlüsselung und weitere Sicherheitsaspekte sind für jede Speicher- und Backup-Lösung essenziell.
- Gesamtkosten über den Lebenszyklus (TCO): Wie hoch ist Ihr Budget? Alle Entscheidungen sollten auf einer fundierten Kostenanalyse basieren.
- Personalressourcen: Wie viele IT-Fachkräfte können und wollen Sie zur Verwaltung Ihrer Speicherinfrastruktur bereitstellen?
Zu den führenden NAS-Herstellern zählen Dell Technologies, Synology, NetApp, Hewlett Packard Enterprise (HPE), Hitachi Vantara, NETGEAR, IBM, QNAP Systems, Seagate und Buffalo Technology. Bei DAS-Servern gehören CommScope, Corning Incorporated, Cobham, KATHREIN Broadcast GmbH und JMA Wireless zu den wichtigsten Anbietern.
Fazit
Wir haben die Unterschiede zwischen NAS und DAS ausführlich verglichen. Prüfen Sie, welche Faktoren für Ihr Unternehmen entscheidend sind, um eine Speicherlösung zu finden, die Ihren Anforderungen entspricht. Sollten Sie auf nas recovery-Probleme stoßen, laden Sie Wondershare Recoverit herunter.
Für Windows XP/Vista/7/8/10/11
Für macOS X 10.10 oder neuer